Familie Ana Emilia Pilli

Ana Emila im Hof

Ana Emilia mit ihren Schwester und Töchtern

 

 

 

 

 

Das Mobiliar bestand aus zwei Bettcouchs, einem wackeligen Rechaud und einem kaputten Gasofen. Durch die Decke tropfte der Regen, da das ganze Dach morsch war.

Wir waren gerührt, wie liebevoll die junge Mutter, ungeachtet ihrer misslichen Situation, mit den drei Kindern umging. Ana kann keiner geregelten Arbeit nachgehen. Neben den kleinen Kindern hat sie
lediglich Zeit, bei einem Nachbarn zu putzen.Wir entschieden, diesen vier Menschen zu helfen. Die Hilfe begann damit, dass wir das Dach
notdürftig flicken liessen. Die Decke im Zimmer und die Wände liessen wir ebenfalls reparieren und frisch streichen. Der Verein Initiativa Malans in Rumänien besorgte der Familie eine funktionstüchtige Kochgelegenheit sowie einen Gasofen, und die Familie wurde mit den notwendigen Grundnahrungsmitteln sowie mit Kleidern, Schuhen, Bettwäsche etc. versorgt.

Ein halbes Jahr später besuchten wir die Familie erneut. Wir freuten uns zu sehen, wie ordentlich und sauber die Wohnung und die Kinder waren. Der Umgang, den Ana mit ihren Kindern pflegt, ist beispielhaft. Schon bei unserem ersten Besuch fielen uns die faulen Zähne der 29-Jährigen auf. Wir
machten ihr das Angebot einer zahnärztlichen Untersuchung und Behandlung.

Ana war hin und her gerissen; sie fürchtete sich vor dem Zahnarzt und der Operation, und gleichzeitig wollte sie nicht mehr täglich die Schmerzenertragen müssen. Doria Rusu, die Sozialarbeiterin der Initiativa Malans, zu welcher Ana Vertrauen hat, begleitete sie zum Zahnarzt.
Leider konnte kein Zahn von Ana gerettet werden, und sie erhielt zwei Prothesen. Heute, Monate nach der Operation, zeigt sie uns glücklich ihre neuen Zähne und ist überaus dankbar.

Im Herbst 2009 fiel uns auf, dass Ana ungesund aussah. Sie hätte einen Tumor in der Gebärmutter, wurde uns gesagt. Erneut begleitete Dorica Rusu Ana zu verschiedenen Ärzten. Der Tumor wurde bestätigt – dabei zeigte sich zugleich eine Schwangerschaft. Diese Ausgangslage hätte unter
Umständen bei der Geburt schwere Komplikationen auslösen und sogar zum Tod führen können. Wir entschieden uns also, die Kosten für regelmässige ärztliche Kontrollen und die Geburt im Spital
zu übernehmen. Es ging in diesem Fall nicht allein um das Leben desNeugeborenen und natürlich von Ana Pilli, sondern auch um die Zukunft ihrer drei Kinder, die ihre Mutter brauchen.

In Rumänien sind Arzt- und Spitalkonsultationen kostenlos, aber sowohl die Ärzte bzw. Ärztinnen wie das Pflegepersonal behandeln Patienten nicht, wenn diese ihnen nicht zusätzlich Geld zustecken.

Lucia Negrea und Dorica Rusu kümmerten sich rührend um die schwangere Frau und deren Kinder. Am 3. Februar dieses Jahres kam Sarah durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Der Mutter wurde der Tumor entfernt.